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Schickane oder Change?




Kleider machen Azubis

Von Linda Scholz und Dirk Pfister

 

Mit unserer Kleidung geben wir jeden Tag aufs Neue ein Statement über uns ab. Der erste Eindruck setzt sich zu 60 Prozent aus nonverbalen Signalen wie Aussehen, Kleidung und Körpersprache...

Jeder Berufsanfänger sollte sich zuerst über die Geflogenheiten des Unternehmens informieren: Wenn ältere Kollegen ihre Vorbildfunktion in puncto Kleidung erfüllen, ist das schon ein guter Start. Dann gilt es nur noch, einen persönlichen Stil zu entwickeln, um professionell,  authentisch und souverän zu wirken. Nur wie stelle ich das an?

Das richtige Outfit für Frauen

Für Frauen sind die Zeiten vorbei, sich sehr männlich zu kleiden, nur weil die Branche häufig noch von Männern dominiert wird. Weiblichkeit darf diskret zum Ausdruck kommen. Eine junge Frau sollte zum Start in den Beruf als Mindesteinsatz ein Budget über 500 Euro für ein Basisoutfit zur Verfügung haben. Damit kann man einen soliden Grundstock legen und diesen sukzessive aufbauen. Durch eine systematisch zusammengestellte Garderobe mit farblich passenden Elementen entstehen aus zwölf Einzelteilen schnell 25 Kombinationsmöglichkeiten. Man muss nur bereits beim Einkauf überlegen, was man schon hat und wie man erweitern kann.

Das richtige Outfit für Männer

Junge Männer dürfen ruhig wie junge Männer wirken. Um das männliche Outfit überzeugend und authentisch zu gestalten, sollte die Kleidung so gewählt sein, dass man dem Träger jedoch eindeutig ansehen kann, er ist beruflich und nicht privat unterwegs. In der Regel ist dies leicht durch die Beachtung einiger grundlegender Hinweise zu schaffen:Trage klassische Anzüge, selbst mit modischem Schnitt, in den üblichen Farbbereichen blau, grau oder braun, einfarbig oder entsprechend gemustert mit Streifen zum Beispiel Nadel- oder Kreidestreifen, Glencheck und Fischgrat! Zwei gut sitzende Anzüge bilden die Basis. Beim Anzugkauf zählen außer der Farbe die Passform und ein gutes Auge für die richtigen Längen. Männer unter und um die 20 wirken oftmals glaubwürdiger, wenn sie anstatt des kompletten Anzugs nur ein Jackett mit einer sehr gepflegten Fivepocket-Hose tragen. Dazu gehört dann jedoch unbedingt ein ebenfalls sehr gepflegt wirkendes Businesshemd und kein T-Shirt! Trägt man keinen Anzug, so müssen alle anderen Details umso deutlicher dessen Aufgabe übernehmen.




Panik vor der mündlichen Prüfung?

Die mündliche Prüfung ist nichts Besonderes

 

Jeder Mensch kommt immer wieder in diese Situation, vor der Sie sich – in Erwartung der anstehenden mündlichen Prüfung – fürchten. Prüfung ist nichts anderes als die Situation, in...

Täglich rufen bei Ihnen mindestens 20 Kunden an und wollen etwas wissen. Ihre Kollegen stellen Ihnen hundert Fragen am Tag. Sie wollen alle etwas wissen. Fast alle Fragen können Sie beantworten, oder? Auch jeder Ihrer Prüfer ist täglich in dieser Situation. Was ist also das Besondere an der mündlichen Prüfung? Sie machen es zu etwas Besonderem. Das ist die ganze Schwierigkeit. Es darf Ihnen nicht passieren, dass in dieser Prüfungssituation bei Ihnen „das Denken aussetzt“. Das passiert nur dann, wenn Sie falsch geatmet haben und in diese Lampenfieber-Situation kommen.

Prüfer /-innen sind auch nur Menschen

Jeder Ihrer Prüfer hatte auch schon mal eine Situation, in der er oder sie passen musste. Trotzdem sitzen sie jetzt als Prüfer vor Ihnen. Es hat ihnen also offensichtlich nicht geschadet, dass sie auch einmal etwas nicht gewusst haben. Dieses Wissen sollte Sie ganz ruhig und gelassen in die Prüfung gehen lassen.

Prüfung ist Simulation

In der Prüfung wird Ihr theoretisches Wissen so abgefragt, dass Sie dieses Wissen in einer praktischen Situation anwenden können. Die Prüfer wollen anhand der Fragen und Ihrer Antworten sehen, ob Sie in der Lage sind, ab morgen – nach bestandener Prüfung – mit Kunden in der wirklichen Welt umzugehen. Die Berufsschule als theoretische Welt wird mit Ihrem Ausbildungsbetrieb als reale Welt in der mündlichen Prüfung in Einklang gebracht. Ihre Vorbewertung aus den schriftlichen Prüfungen zeigt den Prüfern, wie Sie das vorhandene theoretische Wissen zu Papier bringen können. Jetzt wird in der Prüfung ein Fall eines Kunden simuliert. Jede Frage ist eine „Fallfrage“. Diese Frage wird in der wirklichen Welt von Ihrem/-r Chef/-in, dem/der Abteilungsleiter/-in oder von einem Kunden an Sie gestellt. Lohnt es sich, davor Panik zu haben?




Schikane oder Chance?

Die häufigsten Missverständnisse zwischen Auszubildenden und ChefInnen

 

Ulrika aus Itzehoe hat im Juni ihr Abi-Zeugnis bekommen und ganz ordentlich abgeschnitten. Sie möchte BWL studieren und ihren Studienschwerpunkt später...

Sie ist jetzt im zweiten Lehrjahr und kommt gut mit ihrer Chefin klar. „Ich bin zurzeit in unserer Vermietungsabteilung. Meine Vorgesetzte ist seit fast 20 Jahren im Unternehmen und wirklich erfahren. Ich lerne sehr viel von ihr. Aber manchmal haben wir total unterschiedliche Vorstellungen“, sagt die 19-Jährige.

 

Der Rhythmus im Arbeitsleben ist anders als der Tagesablauf, den man als Schüler gewöhnt ist. Der Arbeitsbeginn um acht Uhr morgens ist dabei noch das geringste Problem, weil das ja in der Schule auch so war. Häufig sind die Anforderungen und Vorstellungen des Betriebes Anlass für Missverständnisse bis hin zum Spannungsverhältnis am Arbeitsplatz.

 

Die häufigsten Gründe für Meinungsverschiedenheiten zwischen Auszubildenden und dem/der Chef/-in sind:

 

1. Pünktlichkeit
2. Ordnung am Arbeitsplatz
3. Kleidung
4. Radio hören am Arbeitsplatz
5. Kaffee machen und servieren
6. Private Dateien auf den PC laden
7. Freitagnachmittag bis 18.00 Uhr arbeiten
8. Montagmorgen nach einem anstrengenden Wochenende trotzdem um acht Uhr beginnen
9. Jeden zweiten Samstag arbeiten
10. Telefonliste lückenlos führen

 

Die Sichtweise von Vorgesetzten ist dabei unternehmensorientiert und mitunter aus Sicht von Auszubildenden strenger oder in Einzelfällen auch „zu streng“. Der Vorgesetzte erwartet vom Azubi, dass die Büroanforderungen umgesetzt werden. Der/die Auszubildende muss unterdessen signalisieren, ob er/sie diese Anforderungen verstanden hat und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

 

Ulrika hat die Erfahrung gemacht, dass sie zu Beginn ihrer Ausbildung eher ihre eigenen Interessen verfolgt hat. „Erst nach und nach merkt man, wie sich das eigene Verhalten in die Unternehmensmuster einfügen lässt. Vor allem meine Wirkung auf den Kunden musste ich erst langsam lernen. Jetzt, im zweiten Lehrjahr, sind viele Sachen schon selbstverständlich“.

 

Reizthema Pünktlichkeit

 

„Bürobesprechung um 08.30 Uhr im Konferenzraum“. Warum legt der Chef wert darauf, dass auch wirklich alle um 08.30 Uhr da sind? „Ich bin ohnehin der Unwichtigste im Team. Ich könnte mir also auch erst einmal einen Kaffee holen und dann ganz relaxed um kurz nach halb erscheinen“, denkt sich vielleicht der eine oder andere, kommt zu spät – und kassiert einen Anranzer.

 

Was steckt hinter der Erziehung zur Pünktlichkeit? Der Service in einem Immobilienbüro ist häufig termingebunden: die Besichtigung eines Einfamilienhauses mit der Verabredung vor Ort, der Notartermin zur Beurkundung eines Kaufvertrages, das Verkaufsgespräch im Büro etc.. Die Zufriedenheit von Kunden hängt auch daran, diese nicht warten zu lassen. Die Erziehung zur Pünktlichkeit ist demnach ein wesentlicher Baustein der erfolgreichen Arbeit des Büros. Alle Mitarbeiter müssen sich an Pünktlichkeit gewöhnen, so auch die Auszubildenden. Wenn der Azubi pünktlich zu bürointernen Terminen erscheint, ist das ein Signal dafür, dass er/sie bereit ist, eigenverantwortlich auch Kundentermine wahrzunehmen, und sich der Chef auf seinen Schützling verlassen kann. Dieses Ordnungsprinzip gilt für viele weitere Arbeiten im Büro, wie zum Beispiel die Postliste und Telefonprotokolle, die genau geführt werden müssen.

 

Mehr zu den Reizthemen Ordnung, Arbeitszeit, Hilfarbeiten und PC-Nutzung steht in der Druckausgabe von "Ausziehen!"




Fit für die Prüfung? Fit für den Job?

Egal, ob im ersten Ausbildungsjahr oder kurz vor der Prüfung - mit den existenziellen Fragen des Maklerberufs kann man sich nicht früh und oft genug auseinandersetzen. In "Ausziehen!" stellen Profis die brenzligen Situationen des...

Situation

 

Sie sind als Mitarbeiter in einem Maklerbetrieb beschäftigt. In letzter Zeit hat es einige Probleme bei der Provisionssicherung gegeben. In einer Teambesprechung mit der Geschäftsleitung sollen daher einige Probleme besprochen und Lösungen für zukünftige Strategien gefunden werden. Der Geschäftsführer legt Ihnen als Ausgangspunkt für das Gespräch den folgenden Fall vor:

 

Ihr Maklerbetrieb bewirbt ein Einfamilienhaus im Internet, ohne auf eine Provision hinzuweisen. Der Kaufinteressent Herr K. meldet sich bei Ihrem Betrieb und bittet um die Zusendung eines Exposés. Ihr Betrieb übersendet ihm das Exposé, welches einen ausdrücklichen Provisionshinweis sowie das Objekt und den Verkäufer genau aufführt. Anschließend meldet sich der Kaufinteressent nicht mehr. Später erfährt Ihr Betrieb, dass der Interessent Herr K. einen Kaufvertrag über das Einfamilienhaus geschlossen hat.

 

Die Geschäftsleitung wird mit Ihnen nicht nur den obigen Fall, sondern sicherlich auch über folgende Problembereiche diskutieren wollen:

 

1) Welche Voraussetzungen muss der Makler grundsätzlich erfüllen, um einen Provisionsanspruch zu haben?

 

2) Wie kann der Maklerbetrieb organisatorisch sicherstellen, dass diese Voraussetzungen auch in der Praxis umgesetzt/durchgesetzt werden können? Wo liegen die Risiken?

 

Die Antworten sind auf Seite 18 der Druckausgabe von "Ausziehen!" zu finden.




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