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Sie ist jetzt im zweiten Lehrjahr und kommt gut mit ihrer Chefin klar. „Ich bin zurzeit in unserer Vermietungsabteilung. Meine Vorgesetzte ist seit fast 20 Jahren im Unternehmen und wirklich erfahren. Ich lerne sehr viel von ihr. Aber manchmal haben wir total unterschiedliche Vorstellungen“, sagt die 19-Jährige.
Der Rhythmus im Arbeitsleben ist anders als der Tagesablauf, den man als Schüler gewöhnt ist. Der Arbeitsbeginn um acht Uhr morgens ist dabei noch das geringste Problem, weil das ja in der Schule auch so war. Häufig sind die Anforderungen und Vorstellungen des Betriebes Anlass für Missverständnisse bis hin zum Spannungsverhältnis am Arbeitsplatz.
Die häufigsten Gründe für Meinungsverschiedenheiten zwischen Auszubildenden und dem/der Chef/-in sind:
1. Pünktlichkeit 2. Ordnung am Arbeitsplatz 3. Kleidung 4. Radio hören am Arbeitsplatz 5. Kaffee machen und servieren 6. Private Dateien auf den PC laden 7. Freitagnachmittag bis 18.00 Uhr arbeiten 8. Montagmorgen nach einem anstrengenden Wochenende trotzdem um acht Uhr beginnen 9. Jeden zweiten Samstag arbeiten 10. Telefonliste lückenlos führen
Die Sichtweise von Vorgesetzten ist dabei unternehmensorientiert und mitunter aus Sicht von Auszubildenden strenger oder in Einzelfällen auch „zu streng“. Der Vorgesetzte erwartet vom Azubi, dass die Büroanforderungen umgesetzt werden. Der/die Auszubildende muss unterdessen signalisieren, ob er/sie diese Anforderungen verstanden hat und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.
Ulrika hat die Erfahrung gemacht, dass sie zu Beginn ihrer Ausbildung eher ihre eigenen Interessen verfolgt hat. „Erst nach und nach merkt man, wie sich das eigene Verhalten in die Unternehmensmuster einfügen lässt. Vor allem meine Wirkung auf den Kunden musste ich erst langsam lernen. Jetzt, im zweiten Lehrjahr, sind viele Sachen schon selbstverständlich“.
Reizthema Pünktlichkeit
„Bürobesprechung um 08.30 Uhr im Konferenzraum“. Warum legt der Chef wert darauf, dass auch wirklich alle um 08.30 Uhr da sind? „Ich bin ohnehin der Unwichtigste im Team. Ich könnte mir also auch erst einmal einen Kaffee holen und dann ganz relaxed um kurz nach halb erscheinen“, denkt sich vielleicht der eine oder andere, kommt zu spät – und kassiert einen Anranzer.
Was steckt hinter der Erziehung zur Pünktlichkeit? Der Service in einem Immobilienbüro ist häufig termingebunden: die Besichtigung eines Einfamilienhauses mit der Verabredung vor Ort, der Notartermin zur Beurkundung eines Kaufvertrages, das Verkaufsgespräch im Büro etc.. Die Zufriedenheit von Kunden hängt auch daran, diese nicht warten zu lassen. Die Erziehung zur Pünktlichkeit ist demnach ein wesentlicher Baustein der erfolgreichen Arbeit des Büros. Alle Mitarbeiter müssen sich an Pünktlichkeit gewöhnen, so auch die Auszubildenden. Wenn der Azubi pünktlich zu bürointernen Terminen erscheint, ist das ein Signal dafür, dass er/sie bereit ist, eigenverantwortlich auch Kundentermine wahrzunehmen, und sich der Chef auf seinen Schützling verlassen kann. Dieses Ordnungsprinzip gilt für viele weitere Arbeiten im Büro, wie zum Beispiel die Postliste und Telefonprotokolle, die genau geführt werden müssen.
Mehr zu den Reizthemen Ordnung, Arbeitszeit, Hilfarbeiten und PC-Nutzung steht in der Druckausgabe von "Ausziehen!"
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