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Als ob das Pensum eines Berufseinsteigers nicht schon beachtlich genug wäre: eine reguläre 38-Stunden-Woche ist eher die Ausnahme, Überstunden sind kein Problem, schließlich ist man voller Engagement und Einsatz bei der Arbeit. Die erste eigene Wohnung muss in Schuss gehalten werden, ebenso das Büro-Outfit – gutes, gepflegtes Aussehen und gebügelte Hemden und Blusen kommen nicht nur im direkten Kundenkontakt gut an. Die alten Freundschaften wollen gepflegt werden, neue Kontakte ergeben sich, und bei der vielen Schreibtisch-Arbeit ist es dringend angeraten, sich ab und an sportlich zu betätigen. Man will ja gesund bleiben. Ach ja – die Eltern und Geschwister sind ja auch noch da.
Und in diesem prall gefüllten Kalender soll noch Platz sein für Karriereplanung? Zeit für ein Studium neben dem Job? Volle Leistung im Beruf bringen und erfolgreich seinen Bachelor machen? Ausgeschlossen! Ausgeschlossen? Das Magazin „Ausziehen!“ hat mit zwei Studenten gesprochen, die derzeit ihren Bachelor Real Estate am Center for Real Estate Studies (CRES) absolvieren – berufsbegleitend. Anne-Maria Neumair ist 22 Jahre alt und kommt aus Landsberg am Lech. Sie ist gelernte Steuerfachangestellte und arbeitet seit Abschluss ihrer Ausbildung im Familienbetrieb. Sie ist quasi mit Immobilien groß geworden, denn Immobilien Neumair ist seit über 50 Jahren in Familienhand. Anne und ihre Geschwister sind bereits die dritte Generation im Familienbetrieb.
Hauke Jannsen ist 25 Jahre alt. Er hat seine Ausbildung als Immobilienkaufmann bei der SAGA Siedlungs-Aktiengesellschaft Hamburg, einem kommunalen Wohnungsunternehmen mit rund 850 Mitarbeitern, absolviert und ist heute dort in der Abteilung Unternehmensentwicklung/Risikomanagement tätig. Er hat bereits eine Fortbildung zum Immobilienökonom abgeschlossen. Beide sind Studenten beim CRES und werden voraussichtlich im kommenden (Jannsen) beziehungsweise übernächsten Jahr (Neumair) ihren Bachelor in der Tasche haben.
Weniger Sport, weniger Party, weniger Schlaf, weniger Urlaub, weniger Überstunden im Büro - Wo müssen Sie Abstriche machen und Opfer bringen, um der Doppelbelastung Beruf und Studium gerecht zu werden?
Anne-Maria Neumair: Da ich derzeit neben dem Bachelor-Studium auch noch den Dipl. Immobilienwirt (DIA) und den IHK-Immobilienfachwirt bei der DIA Freiburg absolviere, ist eine straffe und gute Organisation für mich das A und O. Für die Präsenztage am CRES und an der DIA Freiburg muss ich Abstriche beim Urlaub machen. Die wenige, verbleibende Freizeit wird mit Freunden, Familie und sportlichen Aktivitäten gefüllt und genossen.
Hauke Jannsen: Klar, beim Urlaub muss man Abstriche machen, denn für die Präsenzphasen gehen schon etliche Urlaubstage drauf. Aber insgesamt sorgt das Modell des CRES-Bachelor-Studiums dafür, dass die Study-Life-Balance ausgeglichen ist. Es gibt Wochenenden, an denen man was für die Hausarbeiten oder die TDR’s (Transfer-Dokumentation-Reports) tun muss, aber eben nicht jede freie Minute, so dass noch genug Zeit für Familie, Freunde und Feiern bleibt. Man ist als soziales Wesen also nicht ganz verloren.
Anne Neumair: Gut finde ich, dass man ich mich während der Präsenzphasen komplett auf das Studium konzentrieren kann. Da die Abwesenheitszeiten aus dem Büroalltag kurz gehalten werden – in der Regel vier bis fünf Tage – ist eine problemlose Arbeitskraftvertretung möglich.
Hauke Jannsen: Mir gefällt besonders, dass man im Rahmen der Präsenzphasen die Möglichkeit bekommt, das typische Studentenleben kennenzulernen. Freiburg ist eine sehr schöne Stadt und bietet insbesondere abends alle Vorzüge des studentischen Alltags. Warum haben Sie sich für das immobilienwirtschaftliche Studium am CRES entschieden?
Anne Neumair: Zu dem Studium habe ich mich entschlossen, weil wir ein reiner Fachbetrieb der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft seit über 50 Jahren auf dem regionalen Markt sind. Der Fachkräftemangel ist in dieser Branche ist seit langem bekannt. Diesem Problem möchte ich mit einer guten und fachspezifischen Ausbildung entgegenwirken.
Hauke Jannsen: Für das CRES habe ich mich aus vielerlei Gründen entschieden: Gut ist, dass man bereits auf dem Weg zum Bachelor eigenständige Fortbildungsabschlüsse erlangt. Im August werde ich aller Voraussicht nach schon meinen Diplom-Immobilienwirt in der Tasche haben. Das ist auch gegenüber dem Arbeitgeber ein wichtiges Signal. Außerdem hat die DIA einen guten Ruf und die Steinbeis Hochschule Berlin ist eine Hochschule mit Universitätsrang, so dass der Bachelor dort eine höhere Anerkennung hat als ein Bachelor an einer Fachhochschule. Und der Theorie-Praxis-Transfer ist gut: Man hat immer die Möglichkeit, das in der Theorie Erlernte direkt in der Praxis auszuprobieren. Und umgekehrt kann man Fälle aus dem beruflichen Alltag in die fachliche Diskussion einbringen und wissenschaftlich hinterfragen. Wichtig war mir bei meiner Entscheidung für das CRES auch, dass die Professoren in der Branche einen ausgezeichneten Ruf genießen.
Anne Neumair: Durch mein duales Studium an der DIA Freiburg wurde ich auf das CRES aufmerksam. Da mein Bruder bereits den Immobilienfachwirt (IHK), den Dipl.-Immobilienwirt und den Dipl. Sachverständigen an der DIA Freiburg absolvierte, waren mir das Modell und die überzeugenden Leistungen der DIA bekannt. Das Studien-Modell des CRES hat mich einfach überzeugt, da es gut mit dem Job vereinbar ist, ohne dass das eine unter dem anderen zu leiden hat. Andere Anbieter haben die Präsenzzeiten ausschließlich an den Wochenenden – das wäre nichts für mich. Da meine Schwester ihr BWL-Studium an der Universität Augsburg absolvierte, ist mir bekannt dass ich durch mein duales Studium wesentlich flexibler – zeitlich und inhaltlich bin.
Hauke Jannsen: Mir gefällt, dass man beim Studium nochmal Leute aus ganz anderen immobilienwirtschaftlichen Bereichen kennenlernt: aus Maklerunternehmen, aus freien Wohnungsunternehmen – quasi Multikulti. Wie geht Ihr Arbeitgeber mit der Zusatzbelastung um, die das Studium für Sie mit sich bringt? Und was sagen die Kollegen?
Hauke Jannsen: Die SAGA unterstützt mein Studium finanziell, mit Knowhow und auch insofern, als dass ich immer dann Urlaub bekomme, wenn ich ihn für die Präsenzphasen oder zur Vorbereitung von Prüfungen benötige. Mein Studium ist Bestandteil einer Personalentwicklungsstrategie, die sich aus vielfältigen Fortbildungsangeboten zusammensetzt. Ich bin der erste im Unternehmen, der am CRES studiert. Ich bin mir aber sicher, dass weitere Kollegen folgen werden.
Anne Neumair: Ich habe natürlich die volle Unterstützung meines Arbeitgebers und meiner Kollegen, meiner Familie also, denn der Anspruch, ein Fachbetrieb zu sein, ist ja nicht nur eine Worthülse, sondern wird mit entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt. Insofern ist es auch gar keine Frage, dass meine Kollegen mich während meiner Präsenzzeiten am CRES und an der DIA vertreten.
Hauke Jannsen: Positiv für das Unternehmen ist es ja auch, dass man Themen aus dem beruflichen Umfeld wissenschaftlich ausarbeitet und die Arbeitsergebnisse anschließend ins Unternehmen zurücktransferiert. Ich habe zum Beispiel die Möglichkeiten und Grenzen der Einführung einer Balanced-Scorecard in einem kommunalen Wohnungsunternehmens analysiert. In einem zweiten Schritt gilt es nun dieses Projekt im Rahmen meiner Bachelor-Thesis auf einen bestimmten Geschäftsbereich zu fokussieren. Bei der SAGA galt es ohnehin, ein Instrument zu entwickeln, um die Strategie des Unternehmens zu implementieren und die Performance dieses Geschäftsbereiches messbar zu machen. Und so habe ich das zum Thema meiner Projektarbeit gemacht.
Anne Neumair: Da ich mich noch am Anfang meines Studiums befinde, habe ich noch keine finale Entscheidung getroffen. Jedoch bin ich auf der Suche nach geeigneten Themen für meine Bachelor-Thesis, die mir im unternehmerischen Umfeld begegnen und sich für eine wissenschaftliche Untersuchung eignen, so dass wir auf dieser Grundlage auch Verbesserungen im Betrieb erzielen können.
Glauben Sie, dass sich über kurz oder lang das Studium auch in der Höhe des Gehaltes niederschlägt?
Anne Neumair: Davon gehe ich aus. In erster Linie geht es mir darum, den Bachelor mit einer guten Note zu absolvieren um Fachwissen für spätere berufliche Perspektiven zu erlagen. Ein zusätzlicher Nebeneffekt werden hoffentlich gute Gehaltsverhandlungen sein.
Hauke Jannsen: Für das Gehalt sind natürlich mehrere Faktoren wichtig. Kein Arbeitgeber wird nur nach Titel bezahlen. Aber das Studium sorgt dafür, dass man die Grundlagen hat, um herausragende Leistung zu bringen. Und herausragende Leistungen werden in der Regel entsprechend honoriert. Bachelor – und dann? Können Sie sich vorstellen, irgendwann auch noch den Master zu machen?
Anne Neumair: Da mich das Konzept der CRES überzeugt hat, strebe ich den Master-Studiengang an.
Hauke Jannsen: Der Master ist der nächste wichtige Schritt in meiner Karriereplanung und ich will so bald wie möglich damit beginnen. Schließlich bietet das CRES die optimalen Möglichkeiten, das Studium flexibel an die jeweilige persönliche Situation anzupassen: Man kann es schnell durchziehen oder eben, wenn nötig, einen Gang zurückfahren. Ich bin jetzt 25. Mit 28 will ich den Master haben – das ist der Plan.
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